von Andy Vetterli | Apr. 21, 2026 | Gruss vom Pastor
Meine Zunge soll reden von deinem Wort, denn alle deine Gebote sind gerecht. (Psalm 119,172)
Erika Meier war eine ältere Frau, die im Durchschnitt jährlich 250 kleine Neue Testamente den Leuten verteilte, denen sie begegnete. Ob beim Arzt, beim Spaziergang oder beim Einkaufen, sie fand immer eine Gelegenheit, jemandem eine Bibel in die Hand zu drücken. Viele dieser Gelegenheiten hat sie in ihrem Tagebuch festgehalten (Wie ich Menschen zu Jesus führte – Tagebuch von Erika Meier, geschrieben von Barbara Läng, Hrsg. Gideons, Intl.). So war sie einmal unterwegs zur Strahlentherapie, um ihren Tumor behandeln zu lassen. Noch auf dem Parkplatz kam ihr eine junge hübsche Frau entgegen. Sie ging ein paar Schritte mit ihr zu deren Auto. Bevor die junge Frau einstieg, bot Erika Meier ihr eine Bibel an. Diese war sichtlich erfreut und nahm das kleine Büchlein gerne an. Dabei sagte sie, dass sie sich schon seit längerem eine Bibel kaufen wollte, weil sie diesen Jesus kennen lernen wollte. Und jetzt bekam sie sogar eine Bibel geschenkt! Die Freude war auf beiden Seiten gross.
Die Frucht der treuen Aussaat von Gottes Wort wird wohl erst vollends deutlich, wenn die letzte Ernte eingefahren ist. Lasst uns Erika Meier zum Vorbild nehmen und ihren Platz einnehmen, denn sie ist schon seit einiger Zeit im Himmel angelangt, wo es nicht mehr nötig ist, Bibeln zu verteilen.
von Andy Vetterli | Apr. 14, 2026 | Gruss vom Pastor
Und weil die Gesetzlosigkeit überhand nimmt, wird die Liebe in vielen erkalten. (Matthäus 24.12)
Jesus erklärt den Jüngern die Zeichen, die der Zerstörung Jerusalems vorausgehen. Eines der Zeichen war die Gesetzlosigkeit und die daraus hervorgehende Lieblosigkeit. Der Mangel an Gesetz hat einen Mangel an Liebe zur Folge. Warum das? Weil das Gesetz Gottes nicht der Liebe entgegensteht, sondern weil das Gesetz Gottes ganz praktisch beschreibt, wie sich die Liebe bemerkbar macht. Wer liebt, stiehlt nicht, sondern arbeitet und gibt von seinem Geld denen, die nichts haben. Wer liebt, erzählt keine Lügen, sondern spricht die Wahrheit in Liebe. Wer liebt, nimmt sich einen von sieben Tagen Zeit, um Gott im Kreise seines Volkes anzubeten. Wer liebt, betet Gott so an, wie er es uns geboten hat. Wer liebt, gehorcht seinen Eltern, wenn er ein Kind ist und ehrt sie, wenn er erwachsen ist. Wer liebt, der bindet sich, wenn er einen Partner des anderen Geschlechtes gefunden hat, an ihn in einer lebenslangen Ehe und bricht diesen Ehebund nicht und bleibt ihm treu. Usw.
Wer Gottes Gebote fahren lässt, der lässt die Liebe fahren. Und wo die Liebe abnimmt, nimmt die Gesellschaft Schaden. Diese Entwicklung kann jedoch rückgängig gemacht werden. Da, wo das Volk des Königs Jesus seine Gebote hält und auf den Leuchter stellt, funktioniert es als Licht der Welt inmitten der Finsternis. Das ist keine Gesetzlichkeit. Denn wie sagt der Apostel Palus so schön? Jesus Christus hat “sich selbst für uns hingegeben, um uns von aller Gesetzlosigkeit zu erlösen und für sich selbst ein Volk zum besonderen Eigentum zu reinigen, das eifrig ist, gute Werke zu tun.“ (Titus 2,14)
von Andy Vetterli | Apr. 7, 2026 | Gruss vom Pastor
Ich vermag alles durch den, der mich stark macht, Christus. (Phil 4,13)
Dieser Vers, aus dem Zusammenhang heraus gerissen, könnte so verstehen werden, dass wir durch den Glauben an Christus zu Supermenschen werden, die alles können. Kein Schuh ist zu gross, keine Schulter zu schmal. Was der Spinat für Popeye, der Zaubertrank für Asterix und das Kokain für Sherlock Holmes ist, das ist Christus für den Christen. Mit Christus ist dem Christen nichts unmöglich! Da fragt man sich: kannte der Apostel ein Geheimnis, das uns unbekannt bleibt? Ich denke nicht.
Der Apostel Paulus will uns hier eine etwas andere Erfahrung mitteilen. Er bedankt sich bei den Philippern für ihre Spenden. Gleichzeitig möchte er nicht als Bettler dastehen, nicht, dass sie sich gezwungen fühlen, ihm helfen zu müssen. Er kann auch mit weniger leben. Er hat gelernt, dankbar zu sein in allen Umständen, selbst wenn er eine Zeit lang hungern musste. Reich sein, arm sein, satt sein, hungrig sein, in Christus konnte er dies alles annehmen. Jesus befähigte (stärkte) ihn, in allen möglichen Umständen zufrieden zu sein.
Und das führt uns zum wesentlichen Punkt dieser Aussage. Die Gemeinschaft mit Jesus macht mich genügsam. Ich weiss, dass wenn ich ihn habe, ich alles habe. Denn er wird mir geben, was ich in diesem Moment nötig habe. Und oft viel mehr. Jesus vergisst mich nicht. Er kennt mich, ernährt mich, schützt mich, leitetet mich. Er ist mein Hirte, mein guter Hirte. Die fordernde Haltung führt zu Habsucht. Habsucht ist Götzendienst. Genügsamkeit ist das Gegenmittel. Dies gibt es in der Gegenwart Jesu.
von Andy Vetterli | März 31, 2026 | Gruss vom Pastor
Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und übergab den Geist. (Joh 19,30)
Die Karwoche liegt vor uns, mit zwei der höchsten Feiertage unseres Glaubens! Jemand hat einmal gesagt, im christlichen Kalenderjahr gibt es keinen Raum für die eigenen Werke (Dr.Michael Horton). Wie wahr, Gott hat alles für uns getan! Weihnachten – Gott wurde Mensch. Karfreitag – der Mensch gewordene Gott starb am Kreuz für unsere Sünden. Ostern – Der Gekreuzigte auferstand aus dem Grab und brachte die Unsterblichkeit ans Licht. Auffahrt – Christus nahm seinen Platz zur Rechten Gottes ein und herrscht über Himmel und Erde zu Gunsten seiner Kirche! Pfingsten – Gott, der Heilige Geist kam als Christi Stellvertreter, um sein Reich auszubreiten und sein Volk IN EINS zu sammeln! Alle diese Feste drehen sich nur um das, was Jesus Christus für uns getan hat. So wollen auch wir uns in dieser Woche vor allem um ihn drehen und ihn zur Mitte unseres Alltags machen.
von Andy Vetterli | März 25, 2026 | Gruss vom Pastor
Und die Volksmenge, die vorausging, und die, welche nachfolgten, riefen und sprachen: Hosianna dem Sohn Davids! Gepriesen sei der, welcher kommt im Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! (Matth 21,9)
Es war schon fast soweit! Der Messias reitet auf einem Esel und zieht ein in die heilige Stadt. Die Volksmenge jubelt! Er kommt zu seinem heiligen Tempel! Die Schrift wird erfüllt, es läuft alles nach Plan. Doch in Jerusalem angekommen, geschieht etwas eigenartiges. Die Stimmung kippt allmählich. Schwarze Wolken tauchen am blauen Himmel auf. Und schon bald darauf hängt der vermeintliche Messias am Kreuz und stirbt. Seine Anhänger sind vollkommen perplex, verwirrt, verängstigt. War alles ein schlechter Scherz? Sind wir einem Betrüger auf den Leim gekrochen? Das Kartenhaus der herrlichen Zukunft stürzt in sich zusammen.
Doch mit den Augen Gottes betrachtet, lief noch immer alles nach Plan. Der Herr musste verraten werden, er musste verurteilt und getötet werden. Dieser krasse dunkle Einbruch im Leben der Jünger war kein Unfall. Er war Ursache ihres Heils.
Das dürfen wir uns merken, wenn auch unser Leben auf einmal oder allmählich dunkel, undurchsichtig und verwirrend wird. Wenn die Verheissungen verschwunden, der einst so klare Ausblick in eine hoffnungsvolle Zukunft getrübt sind; wenn das Vertrauen in Jesus und seine schönen Versprechen erschüttert wird. Diese schwierigen Erfahrungen sind kein Unfall und kein Missgeschick in Gottes Plan für unser Leben. Sie sind der Weg zum Ziel, einem grossartigen, herrlichen Ziel! Dieses Ziel ist uns sicher, der Siegespokal wartet auf uns, weil Christus ihn für uns gewonnen hat. Jesus hatte seine Jünger ja mehr als einmal vorgewarnt, für sie gebetet, doch sie hatten dafür keine Ohren. Uns geht es diesbezüglich besser. Wir können lernen von den Missgeschicken der ersten Jünger und uns die Ermahnungen des Apostels gefallen lassen, “denn er … stärkte die Seelen der Jünger und ermahnte sie, unbeirrt im Glauben zu bleiben, und sagte ihnen, daß wir durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes eingehen müssen. (Apg 14,22)
von Andy Vetterli | März 17, 2026 | Gruss vom Pastor
Er ließ auch seine Söhne [als Opfer verbrennen] im Tal des Sohnes Hinnoms und trieb Zeichendeuterei, Zauberei und Beschwörung und hielt Geisterbefrager und Wahrsager, und er tat vieles, was böse ist in den Augen des HERRN, um ihn herauszufordern. (2. Chronik 33,6)
Wer war einer der schlimmsten Menschen im Alten Testament? Es war ohne Zweifel der König Manasse. Und zwar nicht allein aufgrund dessen, was er tat, sondern vor allem aufgrund dessen, was er wider besseres Wissen tat. Mit zwölf Jahren wurde er Thronfolger seines gottesfürchtigen Vaters Hiskia. Manasse war als Stellvertreter Gottes über sein Volk gesetzt. Doch er trieb nicht nur abscheulichen Götzendienst, wie man in Chronik 33 ausführlich lesen kann. Er verführte auch das Volk dazu, es ihm gleich zu tun. Als Strafe dafür wurde Jerusalem von den Assyrern angegriffen. Den König nahm man gefangen und schleppte ihn nach Babel. Doch was dann geschah, war unerwartet. Manasse flehte zu Gott und demütigte sich. Er tat Busse. Wie das in etwa geklungen haben könnte, kann man in der apokryphen Schrift „das Gebet des Manasse“ nachlesen. Gott erhörte sein Flehen und setzte ihn wieder als König über Juda ein! Und nun ergreift Manasse die zweite Chance. Er geht zurück nach Jerusalem und räumt auf mit dem Götzendienst.
Der HERR ist ein Gott der zweiten Chancen. Und die gibt es immer wieder. Denn „seine Barmherzigkeit ist nicht zu Ende, sie ist neu jeden Morgen“ (Klagelieder 3,23) Da Jesus für alle unsere Übertretungen bereits bezahlt hat, als sie alle noch in der Zukunft lagen, wird er sich auch über uns erbarmen, obwohl weitere Übertretungen folgen werden. Denn sie sind bereits bezahlt. Möge diese Gnade uns immer wieder neu zur Busse und zu neuer Hingabe leiten.
von Andy Vetterli | März 10, 2026 | Gruss vom Pastor
Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater unseres Herrn Jesus Christus, … daß er euch … gebe, durch seinen Geist mit Kraft gestärkt zu werden an dem inneren Menschen, daß der Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne, damit ihr in Liebe gewurzelt und gegründet seid … (Eph 3,14-17)
Stell dir ein Bäumlein vor, das in nahrhafte Erde gepflanzt worden ist. Du kannst fast zusehen wie es wächst. Wind, Kälte, Regen, Sonne, Hitze und Frost setzen der jungen Pflanze zwar manchmal zu, aber sie dienen nur dazu, dass das Bäumchen stärker wird. So viel liegt am richtigen Boden. Er darf nicht zu nass, zu trocken, zu lehmig, zu aufgelockert sein. Und er braucht die richtigen Nährstoffe. Auch muss er von Schädlingen frei sein.
Was ist der richtige Boden des Christen, der manchmal mit einem Baum verglichen wird (Psalm 1; Jeremia 17; Jesaja 61)? Es ist die Liebe Christi. Wer seine Wurzeln in die Liebe Christi gepflanzt hat, wächst gesund und gleichzeitig werden seine Wurzeln noch tiefer eingegraben. In der Liebe Christi verwurzelt sein bedeutet, dass man angefangen hat zu verstehen, wie gross die Liebe ist, die Christus zu einem hat. Wir, die als abtrünnige Geschöpfe ewige Strafe verdient hätten, sind von dieser Strafe befreit und zu Gottes Kindern gemacht worden. Warum? Weil Gott selber die volle Strafe bezahlt hat. Diese Liebe aber bleibt nicht in der Vergangenheit stehen. Sie ist aktiv. Sie erzieht, prägt, verändert uns, damit wir reifer und standhafter werden.
Nun, ich kann darüber schreiben und der Leser kann es lesen. Doch der Heilige Geist muss diese Wahrheit in unseren Seelen fruchtbar machen, damit sie uns bewegt und unsere Wurzeln noch tiefer in dieser Liebe eingegraben werden. Dies ist ein übernatürlicher Vorgang und darum beten wir dafür. Nicht nur für uns selber, sondern für die ganze Gemeinde. Lasst uns nicht aufhören damit, so dass wieder andere under dem Schatten unserer grünen Blätter Schutz und Erleichterung finden. Und selbst zu Pflanzen des Herrn werden.
von Andy Vetterli | März 3, 2026 | Gruss vom Pastor
Es soll aber zu jener Zeit geschehen, zu der Zeit, wenn Gog gegen das Land Israel heranzieht, spricht GOTT, der Herr, daß mir das Zornesfeuer in mein Angesicht steigen wird. (Hes 38,18)
Nachdem der brutale Diktator Saddam Hussein im Frühling 2003 gestürzt und im Dezember des gleichen Jahres in einem Loch aufgefunden wurde, hatte man ihn vor ein ordentliches Gericht gestellt, wo er sich für seine schrecklichen Verbrechen an seinem Volk verantworten musste. Vor ein paar Tagen ist das offizielle Oberhaupt des Iran (“Haman”), eines Mitgliedstaates der UNO, von zwei weiteren UNO Mitgliedstaaten („Mordechai und Esther“) überraschend in seinem eigenen Land per Knopfdruck mal eben pulverisiert worden. Diese Entwicklung sollte uns bei aller Sympathie für die unterdrückte Bevölkerung des Iran nachdenklich stimmen. Stichwort: Völkerrecht.
Manche Christen stellen sich einmal mehr ängstlich die Frage: „Ist das nun der Anfang vom Ende?” Nicht zuletzt auch deshalb, weil der israelische Premierminister seit einiger Zeit gerne Bilder aus dem Alten Testament verwendet: Mordechai und Esther, das Purimfest und der brüllende Löwe aus Amos benutzte er in seiner Rede am vergangenen Samstag zum Auftakt des Angriffs auf den Iran.
Aber spricht nicht einiges dafür, dass sich vor unseren Augen biblische Prophetie erfüllt? Ich möchte Entwarnung geben.
Zunächst muss der historische und literarische Kontext von Hesekiel 38 und 39 beachtet werden. Und der hat nichts mit dem 21. Jahrhundert zu tun. Danach müssen diese Kapitel im Licht des neuen Bundes interpretiert werden. Das heisst, sie müssen in apostolischer Weise christologisch ausgelegt und angewendet werden, so wie es Johannes in der Offenbarung tut. Was in Kurzform heisst: Wenn der Feind Christi sich aufmacht, Jesu Leib zu zerstören, wird das Gericht Gottes den Feind vernichten. Denn die Pforten der Hölle können die Gemeinde nicht überwinden. Was für eine grosse Ermutigung, auch für unsere Geschwister in Aserbaidschan, Bahrain, Iran, Kenia, Nigeria, Palästina, Sudan, Yemen, usw.
Doch als Leib Christi sollen wir weder Feuer und Schwefel auf unsere irdischen Feinde herab wünschen, noch über die Zerstörung durch Bomben zu jubeln (die immer auch Unschuldige töten), sondern unsere Feinde zu lieben, für ihr Heil zu beten; zu segnen, die uns fluchen, unser Leben hinzugeben, um die gute Nachricht zu verkünden. Ganz so, wie es Jesus uns vorgelebt hat. Denn „dass Jesus siegt, bleibt ewig ausgemacht, sein wird die ganze Welt.“ (J.C. Blumhardt) In diesem Sinne: Entwarnung!
von Andy Vetterli | Feb. 24, 2026 | Gruss vom Pastor
Denkst du etwa, o Mensch, der du die richtest, welche so etwas verüben, und doch das gleiche tust, daß du dem Gericht Gottes entfliehen wirst? Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut, und erkennst nicht, daß dich Gottes Güte zur Buße leitet? (Römer 2,3-4)
Es gab einen Juden, der während des Zweiten Weltkriegs in einem deutschen Konzentrationslager dem Tod sehr nahe kam. Doch die alliierten Streitkräfte kamen gerade noch rechtzeitig, um sein Leben zu retten. Dem Lagerkommandanten gelang es jedoch zu entkommen. Jahrelang stand er auf der Fahndungsliste der Kriegsverbrecher, der nach langer Suche endlich gefunden wurde. Der Jude stand nach vierzig Jahren endlich dem Mann gegenüber, der so viele seiner Freunde und Verwandten ermordet und ihn fast getötet hatte! Plötzlich brach der Jude in Tränen aus. Als er sich endlich beruhigt hatte, fragte ihn jemand, warum er so geweint hatte. Er antwortete, es war nicht wegen des Bösen, das er in diesem gefangenen Deutschen sah. Nein, sagte er, es war, weil er das Böse in sich selbst sah. Denn er erkannte an der Tiefe des Hasses, der aus seinem eigenen Herzen kam, wie sehr er diesem Kommandanten ähnlich geworden war. (Aus: G.I. Williamson, The Heidelberg Catechism – a Study Guide)
Wir alle leiden an der gleichen „Krankheit”. Sie ist verursacht durch unsere völlige Verderbtheit, aus der sich kein Mensch selber befreien kann. Mit Hass erreichen wir nichts. Stellen wir uns vor, die ersten Christen hätten ihren grössten Feind, Saul von Tarsus, gehasst und eine Gruppe junger, mutiger Christen hätte ihn für seine Verbrechen getötet. Die wichtigsten Briefe des Neuen Testamentes wären nie geschrieben worden und wer weiss, ob Europa jemals die gute Nachricht empfangen hätte. Die göttliche Liebe überwindet Hass. Und sie ist in die Herzen der Jesusnachfolger ausgegossen durch den Heiligen Geist. Darum können wir es lernen, diese sündhaften Neigungen in uns zu überwinden.
von Andy Vetterli | Feb. 17, 2026 | Gruss vom Pastor
Wenn die Gerechten sich mehren, freut sich das Volk; wenn aber ein Gottloser herrscht, seufzt es. (Sprüche 29,2)
Viel Seufzen hört man überall. Gottlose herrschen in Ost und West, Süd und Nord. Jesus hat es so beschrieben: “Ihr wißt, daß diejenigen, welche als Herrscher der Heidenvölker gelten, sie unterdrücken, und daß ihre Großen Gewalt über sie ausüben” (Mk 10,42). Wenn Gesetze nach Belieben ausser Kraft gesetzt oder umgedeutet werden, um die Grossen tun zu lassen, was immer sie wollen, dann hat das Volk Grund zum Seufzen.
Doch selbst in einer direkten Demokratie kann es zur Herrschaft des Gottlosen kommen, wenn die Mehrheit sich von Gott abwendet und sein Gesetz für nichtig erklärt. Dann wird das Seufzen der Minderheit lauter. Es gibt nur ein Gegenmittel. Die Gerechten müssen sich mehren. Denn das allein wirkt sich zum Positiven aus für das ganze Volk. Doch wie geht das? Nicht durch Lobbying und politische Strategie, sondern durch die fortwährende Evangelisation und Anleitung in Jüngerschaft, sprich: Jesusnachfolge. Und das ist und bleibt die Herausforderung und der Auftrag der Kirche in jeder Generation. Lasst uns unsere Kräfte weiterhin gemeinsam dafür einsetzen!