von Andy Vetterli | Jan. 13, 2026 | Gruss vom Pastor
Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Vorsatz berufen sind. (Röm 8,28).
Wir erinnern uns besonders dann an den obigen Vers, wenn uns Schwieriges widerfährt. Wir wissen, dass nicht alle Dinge, die der Herr in unser Leben bringt, an sich gut sind. Aber selbst die schlechten Dinge wirken so an uns, dass das Beste dabei herauskommt: wir sollen dem Sohnes Gottes immer ähnlicher werden (Röm 8,29).
Kürzlich wurde ich aber daran erinnert, dass alle Dinge nicht nur die schlechten beinhaltet. Auch das Gute, das der Herr in unser Leben bringt, hat diese Absicht. Was ist mit dem Guten gemeint? Eigentlich alles, was wir als gut bezeichnen können: der tiefe Schlaf, das gute Essen, die guten Beziehungen zu Familienmitgliedern, die körperliche und seelische Gesundheit, die Freiheit in unserem Land, der seit Jahrzehnten treue Ehepartner, die gesegneten Zeiten beim Bibel lesen und Gebet, die freundlichen Nachbarn, die tägliche Bewahrung unterwegs mit Auto oder ÖV, die vielen kleinen und grossen Gebetserhörungen und Lebensführungen, das Gelingen am Arbeitsplatz, und noch so vieles mehr. Ja, letztlich ist jeder Atemzug und jeder Herzschlag ein gutes Geschenk Gottes. Das sind durchschnittlich 20’000 Atemzüge und 100’000 Herzschläge innerhalb von 24 Stunden . Ganz schön viele! Ohne diese könnten wir Jesus auch nicht ähnlicher werden. Lasst uns heute oder diese Woche wieder einmal ganz besonders für all das Gute danken, dass der Herr in unser Leben kommen lässt, damit wir seinem Sohn ähnlicher werden.
von Andy Vetterli | Jan. 6, 2026 | Gruss vom Pastor
Denn keiner von uns lebt sich selbst und keiner stirbt sich selbst. Denn leben wir, so leben wir dem Herrn, und sterben wir, so sterben wir dem Herrn; ob wir nun leben oder sterben, wir gehören dem Herrn. (Römer 14,7-8)
Mit diesen Worten ermahnt Paulus einzelne Christen in Rom, die sich sich um Dinge streiten, die nicht direkt das Heil betreffen. In den Augen der Gläubigen sind das jedoch keine harmlosen Themen. Schliesslich geht es um die Reinheit des Lebens: Nahrung, die den Götzen geopfert wird; das Einhalten von im Zeremonialgesetz festgelegten Feiertagen. Das sind keine moralisch neutralen Themen. Sie haben grosse Auswirkungen auf das Gewissen der Gläubigen.
Heute regen wir uns nicht mehr über Götzenopfer und Neumondfeste auf. Es gibt andere Themen:
“Als Christ kann man doch unmöglich … (zutreffendes unterstreichen)
- Bars besuchen;
- Rockkonzerte besuchen;
- am Fastnachtsumzug teilnehmen;
- an einer Homo-Hochzeit teilnehmen;
- Alkohol trinken; Tabak rauchen;
- sich tätowieren/ piercen lassen;
- Gegen CoViD impfen/ nicht impfen.
- Masken tragen/ keine Masken tragen (medizinische).
- Arminianer, Calvinist, Dispensationalist, Bundestheologist, Kindertäufer sein;
- Fleisch aus der Massenverarbeitung essen;
- Verbrennermotor fahren;
- in der SD/SVP/SP/GLP/Grüne Mitglied sein;
- CEO einer Schweizer Bank sein;
- für Trump, Putin Verständnis/kein Verständnis haben;
- für Selensky, Netanyahu Verständnis/kein Verständnis haben;
- … “
Auf solche Argumente antwortet Paulus erstaunlich: viele Gewissensfragen haben mit dem Stand der Reife zu tun. Paulus spricht von „Schwachen” und „Starken“ (Röm 14,1-2). Es ist nicht einfach alles egal oder gleichgültig, aber es nützt es erst einmal nichts, wenn ein „Schwacher” gegen einen „Starken” kämpft. Und umgekehrt. Oder wenn man jemandem gegen seine Erkenntnis etwas aufzwingt. Deshalb: Konzentriere dich darauf, dass du alles, was du tust, deinem Herrn zuliebe tust. Tue es weiter, so lange du keine neue Erkenntnis gewonnen hast. Stehe zu deiner Überzeugung und erkläre sie, wenn du gefragt wirst, aber verurteile nicht deine Geschwister, die zu einer anderen Überzeugung gekommen sind. Gott ist auch mit ihnen unterwegs und wird sie recht führen (V.4). Solange nehmt einander in eurer unterschiedlichen Erkenntnis an. Das heisst, vertraut darauf, dass der andere auch seinem Herrn (der ja auch der deine ist) gefallen möchte. Auch er lebt und stirbt für ihn. Das ist es, was uns eint. So enden unsere Gespräche nicht in der Spaltung, sondern in gegenseitiger Annahme, Akzeptanz und erweitertem Verständnis.
von Andy Vetterli | Dez. 23, 2025 | Gruss vom Pastor
Und auf einmal war bei dem Engel die ganze himmlische Heerschar, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden unter den Menschen seines Wohlgefallens. (Lukas 2,13)
„Wäre schön …,“ denken Skeptiker, „von Frieden auf Erden ist seit 2000 Jahren nicht viel zu sehen. Nichts mehr als ein frommer Wunsch. Für Frieden muss man selber sorgen, da hilft kein Gott.“ Aber die Engel grenzen den Frieden auf Erden ein. Der Friede, von dem die Engel singen, ist der Friede, den jene erfahren, die dem Herrn wohlgefallen. Genauer, die Menschen, auf die er vor Grundlegung der Welt sein Wohlgefallen gerichtet hat. Er fängt damit an, dass er sie mit sich selbst versöhnt durch seinen Sohn Jesus Christus. Jesus ist die Grundlage des Friedens. Darum singen die Engel davon am Weihnachtstag, denn jetzt ist er da, der „Friedensstifter“, der für Frieden zwischen Gott und Mensch sorgt. Mit anderen Worten, Gott sorgt selber dafür, dass die Menschen seines Wohlgefallens ihm wohlgefallen, indem er sie mit dem Sühnopfer seines Sohnes mit sich selbst versöhnt. Und das ist die beste Voraussetzung dafür, dass der Friede sich weiter ausbreitet. Wo immer mehr Menschen mit Gott versöhnt werden, wird Friede immer sichtbarer werden. Friede ist übrigens nicht einfach die Absenz von Krieg, oder der schwere, süssliche Zuckerguss über den tief schwelenden Konflikten. Friede ist auch die Fähigkeit, über Meinungsverschiedenheiten reden zu können und sich in Demut zu einigen, dass man sich nicht einig ist, ohne dabei das Band der Gemeinschaft zu zerreissen. In Christus, unserem Friedefürst, ist das möglich. Lasst uns weiter daran arbeiten. Darum ist es Weihnachten geworden!
von Andy Vetterli | Dez. 16, 2025 | Gruss vom Pastor
»Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären; und man wird ihm den Namen Immanuel geben«, das heißt übersetzt: »Gott mit uns«. (Matth 1,23)
Gott mit uns. Das kann eine gefährliche Parole sein. Vor allem dann, wenn sie dazu benutzt wird, die eigene Macht zu zementieren. Da waren Johannes und Jakobus, die beiden Brüder. Sie gehörten zum engsten Kreis der Apostel. Selbst sie hatten Jesus missverstanden. Ihr Vorschlag, als man sie in einem Dorf Samariens abwies: „Herr, sollen wir Feuer vom Himmel fallen lassen und das Dorf zerstören?“ Schliesslich war ja Gott mit ihnen. “Power-Religion” nennt man das. Mit Gott an der Seite wird aufgeräumt, der Gegner mit dem “Maschinengewehr des Heiligen Geistes“ (Benny Hinn), oder schlimmerem niedergemäht.
Doch nicht so unser Herr. Was ihn seit seiner Geburt bis zu seinem Tod am Kreuz und darüber hinaus charakterisiert, sind Demut, Liebe, Barmherzigkeit, Freundlichkeit und Sanftmut. So besiegte er auch den Teufel. Und so breitet er sein Königreich aus. Dieses breitet er aus durch die Kraft seines Heiligen Geistes. Nicht zufällig kommt der Heilige Geist in der Form einer Taube auf Jesus herab und nicht in der Form eines Adlers und ist „Gott mit und in uns”. Gott ist Liebe. Liebe dient. Auf diese Weise ist Gott mit uns: als der Liebende und Dienende, damit wir – angetrieben von seinem Geist – wiederum unserer verlorenen Welt und dem bedürftigen Leib Christi dienen können.
von Andy Vetterli | Dez. 9, 2025 | Gruss vom Pastor
Der junge Mann spricht zu ihm: Das habe ich alles gehalten von meiner Jugend an; was fehlt mir noch? (Matth 19;209
Ein Mann kommt zu Jesus und fragt ihn, was er tun muss, um ewiges Leben zu empfangen. Jesus hätte sofort sagen können: “Du musst nichts tun, du musst nur glauben, denn es ist alles Gnade … .“ Doch Jesus gibt nicht die klassisch pietistische Antwort. Er sagt, was der junge Mann hören muss: Wenn ein Mensch durch das Gesetz gerettet werden will, muss er das ganze Gesetz halten. War es doch die aufrichtige Meinung des Mannes, er wäre ein anständiger Mensch. Doch Jesus zeigte ihm, dass das eine ganz gewaltige Selbsttäuschung war. Er entlarvte ihn als einen Götzendiener. Das war sehr schmerzhaft. Der Herr drang direkt zum Wurzelproblem des Mannes vor. Getroffen und traurig ging dieser davon. Und Jesus rannte ihm nicht nach: „Moment, komm zurück, du hast mich vielleicht falsch verstanden …“
Viele Menschen nähmen das ewige Leben gerne und ohne Umschweife an, wenn es zu ihren Konditionen zu haben wäre. Doch das ist unmöglich. Darum kann niemand gerettet werden. Die Jünger haben recht. Doch Jesus hat rechter: Was bei den Menschen unmöglich ist, ist möglich bei Gott. Jede Rettung ist ein Werk der Allmacht Gottes. Wir bringen den Menschen nicht das Evangelium, weil wir glauben, sie fänden es sinnvoll, attraktiv oder einleuchtend. Sondern weil wir wissen: Gott tut das Unmögliche und rettet unwillige, widerspenstige, gleichgültige, geistlich tote Sünder. Keiner ist zu verloren, um gerettet zu werden. Das macht uns zuversichtlich.