Besonnenheit vs. verletzter Stolz

Denn so wahr der HERR lebt, der Gott Israels, der mich daran gehindert hat, dir Böses zu tun: Wenn du mir nicht so schnell entgegengekommen wärst, so wäre dem Nabal bis zum hellen Morgen nicht einer übriggeblieben, der an die Wand pißt! (1 Sam 25,34)

David, der in der Regel sehr besonnen war, wurde von einem reichen Mann namens Nabal gedemütigt. Dieser hatte sich geweigert, dem David und seinen Männern, die sich auf der Flucht vor Saul befanden, notwendige Lebensmittel zu geben. Und dies, obwohl die Leute Davids die Hirten und Herden Nabals vor Angreifern und Dieben beschützten. Jetzt war Davids Geduldsfaden gerissen. Er wollte sich an Nabal rächen. Da kommt ihm Abigail, die Frau Nabals entgegen. Sie war „eine Frau von gesundem Verstand und von schöner Gestalt” (V.3). Sie gab den Männern Davids heimlich, was ihr Mann ihnen verwehrte. Mit diesem schlichten Dienst tat sie gleich drei Dinge: Sie dämpfte den grossen Zorn Davids und bewahrte ihn davor, eine grosse Sünde auf sich zu laden. Sie ernährte eine Menge hungrige und Not leidende Menschen. Sie bewahrte mindestens ihre Söhne und alle männlichen Diener ihres Haushaltes vor dem sicheren Tod.
Jesus lehrt uns: “Selig, die Frieden stiften, denn sie werden Söhne Gottes heissen” (Matth 5,9). Das ist manchmal mit Risiken verbunden, wie im Falle Abigails. Doch weil Jesus mit seinem Tod den Frieden zwischen Gott uns uns gestiftet hat, müssen wir nichts mehr fürchten. Wir sind sicher in Gottes Hand. Und wer weiss, wie viele verschiedene Auswirkungen es hat, wenn unsere Bemühungen fruchten.

Der zornige Mann

So will ich nun, daß die Männer an jedem Ort beten, indem sie heilige Hände aufheben ohne Zorn und Zweifel. (1.Tim 2,8)

Paulus leitet Timotheus an, die Gemeinde zu unterweisen, auch für Regierende zu beten. Denn Gott will, dass auch diese gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Werden Könige und Regierungsbeamte Christen, kann sich Gottes Reich in Ruhe und Frieden ausbreiten. Die obige Ermahnung sollte in diesem Kontext verstanden werden. Die damaligen lokalen und regionalen Regierungen waren den Christen oft nicht wohl gesonnen. Ungerechte Behandlung konnte durchaus Zorn auslösen. Wenn diese ungerechte Behandlung anhielt, konnten auch Zweifel aufkommen: “Was soll das ganze Beten? Es verändert sich ja doch nichts. Wir sollten jetzt endlich selber etwas tun, aktiv werden!“ Doch der Apostel will, dass die Männer vor allem eines tun: ohne Zorn und Zweifel beten, im Geist der Heiligkeit.
Denn wenn Gott will, dass auch Könige und solche in Hoheit gerettet werden, sollten wir ihm vertrauen und für diese Menschen beten. Egal, wie sich die Situation kurz- oder mittelfristig entwickelt. Denn Christus hat am Kreuz sein Blut auch für Könige und solche in Hoheit vergossen. Der Zorn des Mannes jedoch wirkt nicht Gerechtigkeit (Jak 1,19), aber das Gebet eines Gerechten vermag viel (Jak 5,16). Der Zweifler soll nicht meinen, etwas zu empfangen, aber wer glaubt, empfängt. (Jak 1,6) Das Gebet für die Regierungen soll also im Geist der Demut geschehen, mit der Überzeugung, dass Gott willig und fähig ist, die Herzen der Politiker zu ändern, für die sein Sohn sein Leben liess. Das soll an allen Orten geschehen, wo wir zum Gebet zusammen kommen. Ihr Männer, wo immer ihr seid, beten wir auf diese Weise? Lasst es uns noch öfter tun!

ICH RASTE GLEICH AUS!!!

Denn der Zorn des Mannes vollbringt nicht Gottes Gerechtigkeit! (Jakobus 1,20). 

Jemand hat Zorn beschrieben als “eine aktive Handlung der ganzen Person, die eine ethisch-moralische Verurteilung des wahrgenommenen Bösen zum Ausdruck bringt“ (Robert Jones, uprooting Anger). Mit anderen Worten: wenn ich zornig werde, dann reagiert meine Seele und mein Körper auf etwas, was ich nach meinem moralischen Masstab als falsch und böse wahrnehme. Wenn diese Definition richtig ist – und ich glaube, sie ist es  – dann ist es weder möglich, noch wünschenswert, dass man nie zornig wird.

Der Zorn des Mannes, von dem Jakobus schreibt, ist entweder nicht durch etwas wirklich Böses ausgelöst worden, oder die Kraft des gerechten Zornes wird falsch eingesetzt. Übrigens, es gibt unter den falschen Auswirkungen des Zorns nicht nur den glutroten Zorn eines Vulkans. Es gibt auch den eiskalten, oder den verdrängten Zorn. Alle diese Formen richten Schaden an. Wie können wir als erlöste Kinder Gottes mit unseren Zorn umgehen? Wir fragen uns: ist das, was mich zornig macht, auch in Gottes Augen falsch oder böse? Wird eines seiner Gebote übertreten? Wenn nicht, tue ich Busse und bemühe mich weiterhin darum, mein Denken den Geboten Gottes anzupassen. Wenn ja, was mache ich mit der Kraft, die durch meinen Zorn frei gesetzt wurde? Was kann ich tun, um das geschehene Unrecht so anzugehen, wie es Gott gefällt? Als Beispiel: Jesus hat in seinem gerechten Zorn über unsere Sünden, alle Kraft eingesetzt, um sich selbst für uns hinzugeben. Gibt es auch in deinem Fall eine konstruktive Lösung? Beten wir darum. 

Verfügbar sein

Meine Zunge soll reden von deinem Wort, denn alle deine Gebote sind gerecht. (Psalm 119,172) 

Erika Meier war eine ältere Frau, die im Durchschnitt jährlich 250 kleine Neue Testamente den Leuten verteilte, denen sie begegnete. Ob beim Arzt, beim Spaziergang oder beim Einkaufen, sie fand immer eine Gelegenheit, jemandem eine Bibel in die Hand zu drücken. Viele dieser Gelegenheiten hat sie in ihrem Tagebuch festgehalten (Wie ich Menschen zu Jesus führte – Tagebuch von Erika Meier, geschrieben von Barbara Läng, Hrsg. Gideons, Intl.). So war sie einmal unterwegs zur Strahlentherapie, um ihren Tumor behandeln zu lassen. Noch auf dem Parkplatz kam ihr eine junge hübsche Frau entgegen. Sie ging ein paar Schritte mit ihr zu deren Auto. Bevor die junge Frau einstieg, bot Erika Meier ihr eine Bibel an. Diese war sichtlich erfreut und nahm das kleine Büchlein gerne an. Dabei sagte sie, dass sie sich schon seit längerem eine Bibel kaufen wollte, weil sie diesen Jesus kennen lernen wollte. Und jetzt bekam sie sogar eine Bibel geschenkt! Die Freude war auf beiden Seiten gross. 

Die Frucht der treuen Aussaat von Gottes Wort wird wohl erst vollends deutlich, wenn die letzte Ernte eingefahren ist. Lasst uns Erika Meier zum Vorbild nehmen und ihren Platz einnehmen, denn sie ist schon seit einiger Zeit im Himmel angelangt, wo es nicht mehr nötig ist, Bibeln zu verteilen.

Gesetz = Liebe

Und weil die Gesetzlosigkeit überhand nimmt, wird die Liebe in vielen erkalten. (Matthäus 24.12) 

Jesus erklärt den Jüngern die Zeichen, die der Zerstörung Jerusalems vorausgehen. Eines der Zeichen war die Gesetzlosigkeit und die daraus hervorgehende Lieblosigkeit. Der Mangel an Gesetz hat einen Mangel an Liebe zur Folge. Warum das? Weil das Gesetz Gottes nicht der Liebe entgegensteht, sondern weil das Gesetz Gottes ganz praktisch beschreibt, wie sich die Liebe bemerkbar macht. Wer liebt, stiehlt nicht, sondern arbeitet und gibt von seinem Geld denen, die nichts haben. Wer liebt, erzählt keine Lügen, sondern spricht die Wahrheit in Liebe. Wer liebt, nimmt sich einen von sieben Tagen Zeit, um Gott im Kreise seines Volkes anzubeten. Wer liebt, betet Gott so an, wie er es uns geboten hat. Wer liebt, gehorcht seinen Eltern, wenn er ein Kind ist und ehrt sie, wenn er erwachsen ist. Wer liebt, der bindet sich, wenn er einen Partner des anderen Geschlechtes gefunden hat, an ihn in einer lebenslangen Ehe und bricht diesen Ehebund nicht und bleibt ihm treu. Usw.

Wer Gottes Gebote fahren lässt, der lässt die Liebe fahren. Und wo die Liebe abnimmt, nimmt die Gesellschaft Schaden. Diese Entwicklung kann jedoch rückgängig gemacht werden. Da, wo das Volk des Königs Jesus seine Gebote hält und auf den Leuchter stellt, funktioniert es als Licht der Welt inmitten der Finsternis. Das ist keine Gesetzlichkeit. Denn wie sagt der Apostel Palus so schön? Jesus Christus hat “sich selbst für uns hingegeben, um uns von aller Gesetzlosigkeit zu erlösen und für sich selbst ein Volk zum besonderen Eigentum zu reinigen, das eifrig ist, gute Werke zu tun.“ (Titus 2,14)