Der Nachteil von christlichen Biographien

Die Heiligen, die auf Erden sind, sie sind die Edlen, an denen ich all mein Wohlgefallen habe. (Psalm 16,3) 

Christen lesen gerne Biographien von verstorbenen Gläubigen, die ihren Lauf mit Erfolg vollendet haben. Und das ist gut! Oft sind diese sehr ermutigend. Sie haben aber meistens auch einen kleinen Nachteil. Selten werden in solchen Schriften die Sündenmuster und Fehlverhalten dieser Glaubenshelden geschildert. Dabei wäre vielleicht gerade das auch ermutigend. Redet nicht selbst Paulus von seinem Kampf des Fleisches gegen den Geist? Vielleicht hat es damit zu tun, dass man nicht schlecht reden will über ein geistliches Vorbild. So scheint es aber, als ob die besten Heiligen alle längst tot sind. Doch David’s Freude konzentriert sich auf die noch lebenden Heiligen. An ihnen hat er seine Freude! Und das hat seinen Grund. Mit den Toten kann man nur sehr begrenzt Gemeinschaft haben. Es findet ein sehr einseitiger Austausch statt. Und der scheinbare Mangel an Unvollkommenheiten ist eine weitere Hürde. 

Doch nichts ersetzt den anregenden Austausch unter lebenden Glaubensgeschwistern. Selbst Jesus – der eigentlich in Psalm 16 spricht – hat diese Gemeinschaft geschätzt und benötigt. Mit den Heiligen, die damals lebten, ass und feierte er, litt und betete er, und zu ihnen kam er nach seiner Auferstehung! Und das, obwohl er ihre Schwächen kannte. Er ertrug sie, korrigierte sie, aber immer mit der Liebe, die den Nächsten höher achtet, als sich selber. Denn für sie gab er sein Leben, damit sie, die Heiligen, letztlich für immer bei ihm sein und teil haben würden, an seiner Unsterblichkeit und Unverwüstlichkeit! Lasst uns ihm nacheifern und uns freuen an der Gemeinschaft untereinander. Im Wissen, dass auch wir einst einander für immer haben werden!

Wodurch man stabil wird

So steht denn nun fest, ihr Brüder, und haltet fest an den Überlieferungen, die ihr gelehrt worden seid, sei es durch ein Wort oder durch einen Brief von uns. (2 Thess 2,15)

Wir sind erwählt worden zur Errettung. Das geschah, bevor Gott die Erde geschaffen hatte. Der Heilige Geist war es, der diese Erwählung wirksam machte. Er tat es dadurch, dass er in uns den Glauben an die Wahrheit erweckte, als sie uns im Evangelium verkündig wurde. Das Ziel der Errettung ist es, dass wir so verherrlicht werden, wie Jesus Christus es war, als er von den Toten auferweckt wurde (2. Thess 2,13-14). Können wir etwas dazu beitragen? Ja, der Apostel erklärt es in Vers 15. Wir sind aufgefordert, standhaft zu sein und festzuhalten. Fest halten sollen wir die Überlieferungen der Apostel. Als die Apostel noch lebten, sprachen sie mündlich zu den Gemeinden, aber sie verfassten auch Briefe. Beides hatte die gleiche Autorität. Heute haben wir noch die Briefe (neben den übrigen Schriften des Neuen Testamentes). Offensichtlich reichen diese aus, um uns zur Verherrlichung Christi zu führen und um für jedes gute Werk völlig ausgerüstet zu sein (2.Tim 3,16). Lasst uns diese gesunde Nahrung regelmässig zu uns nehmen. Sie ist die Voraussetzung für gesundes Wachstum.

Die Hitze kommt! 

Gesegnet ist der Mann, der auf den HERRN vertraut und dessen Zuversicht der HERR geworden ist! Denn er wird sein wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und seine Wurzeln am Bach ausstreckt, der die Hitze nicht fürchtet, wenn sie kommt, sondern seine Blätter bleiben grün; auch in einem dürren Jahr braucht er sich nicht zu sorgen, und er hört nicht auf, Frucht zu bringen. (Jeremia 17,7) 

Die Hitzewelle ist im Anmarsch! Sind wir bereit? Fenster öffnen und im rechten Moment wieder schliessen. Viel trinken. Kaltes Fussbad. Drinnen bleiben zur heissesten Zeit. Gartenarbeiten inklusive bewässern nur frühmorgens und spät abends. Abkühlen im See. Wir wissen langsam, wie wir uns zu verhalten haben, weil wir dieses Jahr nun doch schon einige Hitzetage hinter uns haben. 

Immer wieder aber kommen auch Hitzetage anderer Art auf uns zu. Die Hitze unangenehmer Umstände. Versuchungen. Anfechtungen. Krankheiten. Auch auf sie können wir uns vorbereiten. Wie das geht, erklärt Jeremia: auf den HERRN vertrauen. Wie geht das? Werde dir bewusst, dass die Hitze nicht einfach zufällig in dein Leben hineinplatzt. Jesus lehrt uns, dass sie unter Gottes souveräner Führung kommt (Matth 10,29-31). Vertraue ihm, dass die Hitze nicht heisser wird, als du sie ertragen kannst. Denn er schafft die Hitze und löst sie auch wieder auf (1.Kor 10,13). Mache den Herrn zu deiner Zuversicht. Diese besteht im Bewusstsein, dass Gott nicht nur die Hitze schickt, sondern sie mit guten Absichten in dein Leben bringt. Und wenn das Ziel der Absicht erreicht ist, wird er die kühle Brise und den Regenschauer schenken. Weil er in Christus nicht gegen, sondern für dich ist (Röm 5.6-10).  Mit Vertrauen und Zuversicht in den, der einen ewigen Bund der Gnade mit dir geschlossen hat, wirst du auch in der Dürre nicht verdursten, sondern sogar weiterhin deine Frucht bringen. 

Mach bitte das Licht an … 

Ihr seid das Licht der Welt. Es kann eine Stadt, die auf einem Berg liegt, nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter; so leuchtet es allen, die im Haus sind. So soll euer Licht leuchten vor den Leuten, daß sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen. (Matth 5,14-16)

Jesus sagt seinen Nachfolgern: Ihr (Plural) seid das Licht (Singular) der Welt. Das ist also eine gemeinschaftliche Berufung. Es ist dunkel in der Welt. Die einzige Aufgabe, die ein Licht hat, ist zu leuchten. Ein Licht, das nicht mehr leuchtet, muss repariert, ausgewechselt oder zum „Schneider Umweltservice“ gebracht werden. Darum sagt Jesus, wir sollen das tun, was wir sind: als Licht leuchten. Doch was meint er genau damit? Ganz einfach: das Licht, das leuchtet, sind unsere guten Werke der Nächstenliebe. Denn Jesus sagt, wir sollen leuchten, damit sie unsere Werke sehen. Weiter sagt Jesus, unsere Werke weisen auf unseren Vater im Himmel hin. Seine Nachfolger handeln also in seinem Namen und lassen es die Welt wissen. Wobei “gute Werke” im umfassenden Sinn verstanden werden: Verkündigung der Wahrheit und praktischer Dienst am Nächten. Die Folge davon ist die Vermehrung der Ehre des himmlischen Vaters. So wird die Bitte: “Geheiligt werde dein Name” erfüllt. Mit anderen Worten: Gottes Name wird durch uns geehrt, wenn wir gute Werke in seinem Namen tun. Und die Ehre von Gottes Name wird vermehrt, wenn die Menschen diese Werke sehen und sich Gott hinwenden. Lass uns auch diese Woche das Licht anmachen. In der Ehe, Familie, am Arbeitsplatz, unter Freunden und Nachbarn.  

Sonnenbad

Gleichwie mich der Vater liebt, so liebe ich euch; bleibt in meiner Liebe! (Joh 15,9)

Unerhört! Jesus liebt uns! Wie liebt er uns? Auf die gleiche Weise wie Gott der Vater Gott den Sohn liebt! Gibt es eine stärkere, reinere und vollkommenere Liebe als diese? Nein, das kann nicht sein. Es gibt keinerlei Makel oder Mangel in der Liebe Gottes zu seinem Sohn! Sie könnte stärker, reiner, vollkommener nicht sein! Und auf diese Weise liebt Jesus uns. Mit der gleich starken, reinen und vollkommenen Liebe! Darüber staune ich immer wieder. Denn die Liebe des Vaters zu seinem Sohn ist ja nicht verwunderlich. Ist doch Gott der Sohn vollkommen liebenswert. Er ist vollkommen rein, heilig und gut. Es gibt nichts, was den Vater irgendwie an seinem Sohn stören könnte. Jesus ist ohne Sünde. Ganz anders wir! Wie kann der vollkommen reine, heilige und gute Jesus uns unreine, unheilige und böse Menschen genau gleich lieben wie der Vater ihn liebt? Da ist doch gar nichts liebenswertes an uns! Und doch ist sie da, diese Liebe Jesu zu uns, seinen verlorenen und gefundenen Schafen! 

In dieser Tatsache sollten wir täglich reichlich sonnenbaden. Ohne Sonnencreme, versteht sich, denn an dieser Liebe können wir uns nicht verbrennen! 

Einzig, wir sollen in dieser Liebe bleiben. Wie bleiben wir in seiner Liebe? Oder, um im Bild zu bleiben: wie bleiben wir in der Sonne der Liebe Jesu? Antwort: “Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, gleichwie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe geblieben bin.” (V.10). Wir halten die Gebote Jesu (in aller Unvollkommenheit). So kommt keine “meteorologische Störung“, kein Schatten zwischen uns und unseren Herrn. Ich wünsche uns allen eine gesunde Bräune!