Der eifersüchtige Liebhaber

Denn du sollst keinen anderen Gott anbeten. Denn der HERR, dessen Name »Der Eifersüchtige« ist, ist ein eifersüchtiger Gott. (2. Mose 34:14)

Moment … Ist Eifersucht nicht etwas schlechtes? Spricht Lukas nicht negativ von der Eifersucht der Juden? Lehrt das Buch der Sprüche nicht, dass Eifersucht Wurmfrass für die Knochen ist? Warum soll bei Gott die Eifersucht plötzlich etwas Gutes sein? Um es kurz zu machen: Es gibt nur einen Gott und das ist JAHWE. Der dreieinige Schöpfer des Himmels und der Erde. Und wenn es nur diesen einen Gott gibt, ist es für Gott unmoralisch und falsch, die Menschen andere Götter, die gar keine sind, anbeten zu lassen. Es ist weder grosszügig, noch selbstlos. Wenn er ein vollkommen gutes Wesen ist, dann will er nicht, dass seine Geschöpfe von ihm, der lebendigen Quelle des Lebens, sich entfernen, um sich von schlammigen und giftigen Pfützen zu ernähren, Das hätte nichts mit Liebe zu tun, die dem Menschen den freien Willen lässt. Denn es wird sie krank machen und töten. Gottes selbstzentrierter Hinweis auf seine Herrlichkeit ist für die Menschen das ewige Leben! 

Des Weiteren ist Eifersucht auch die richtige Antwort auf Untreue. Untreue ist böse, zerstörerisch, teuflisch und darum verabscheuungswürdig. Da letztlich der Bund, den Gott mit uns schliesst, ein Bund der ewigen Treue ist, wie der Ehebund, sollten wir uns nicht verwundern, wenn Gott auf diese Weise von sich spricht. 

Gottes Eifersucht sollte für uns also nichts Unangenehmes, sondern etwas Positives sein. Er wacht darüber, dass wir uns nicht von ihm ab- und zu irgendwelchen Pseudogöttern hinwenden und damit zugrunde gehen. Seine Eifersucht zeigt uns, dass wir allein für ihn und für niemand anderes geschaffen und erlöst worden sind. Ihm allein sei die Ehre und die Herrlichkeit in Ewigkeit, Amen. 

Ich bin enttäuscht über mich …

Und er ging hinaus und weinte bitterlich. (Matth 26,75c) 

Petrus wird sich schlagartig bewusst, was gerade geschehen ist. Nachdem Jesus ihn angeschaut hat (Lk 22,61), erkennt er, dass er versagt hatte. Nichts davon kann zurück genommen werden. Es ist gesagt und bleibt geschehen. Was hat er nur getan? Wie konnte es dazu kommen? Wie steht er jetzt da? Vor den anderen, vor dem Herrn, vor sich selber? Sie war vollkommen, die Enttäuschung, die Scham. Doch der Blick Jesu war kein Blick des Vorwurfs: “Siehst du, ich hab’s dir ja gesagt! Ich bin enttäuscht von dir!“ Jesu Blick war ein Blick der Erinnerung: Petrus, erinnere dich, was ich dir sagte: “ich habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhört. Und wenn du einst zurückgekehrt bist, stärke deine Brüder!” (Lk 22,33) Schon bevor Petrus gefallen war, empfing er ein Wort der Ermutigung und der Wiedereinsetzung in seinen Dienst. Später wollte Jesus nur eines von Petrus wissen: “Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?“ (Joh 2115ff) 

Natürlich wusste Jesus die Antwort. Doch er wollte sie aus Petrus’ Mund hören. Damit Petrus auch sich selber hören konnte. “Doch, Herr. Wenn ich auch meine Brüder und mich selbst masslos enttäuscht habe, selbst wenn ich mit meinem Liebesbeweis gerade vollständig versagt habe, eines weiss ich trotzdem, ich liebe dich“. 

Nie hörte sich wohl ein Befehl kostbarer an, als in diesem Moment: “Weide meine Schafe“.