Und viele Heidenvölker werden hingehen und sagen: »Kommt, laßt uns hinaufziehen zum Berg des HERRN, zum Haus des Gottes Jakobs, damit er uns über seine Wege belehre und wir auf seinen Pfaden wandeln!« Denn von Zion wird das Gesetz ausgehen und das Wort des HERRN von Jerusalem. (Micha 4,2)

Im Licht des Neuen Bundes wissen wir, dass diese Prophezeiung Michas sich nicht wortwörtlich erfüllt. Denn es gibt keinen Tempel in Jerusalem mehr. Christus ist der Tempel. Der Autor des Hebräerbriefes erklärt: “Ihr seid gekommen zu dem Berg Zion und zu der Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem (Hebr 12,22).“ Seit Pfingsten sind schon viele Heidenvölker zum „Berg des HERRN“ gezogen (bzw. der Berg Zion ist zu ihnen gezogen) und belehrt worden über die Wege und Pfade des Gottes Jakobs. Die Propheten haben im Zusammenhang des Neuen Bundes auch vorausgesagt, dass der HERR seinen Geist in unsere Herzen giessen und machen würde, dass wir in seinem Satzungen wandeln (Hes 36,25-27). Ja, er würde sein Gesetz in unser Inneres hineinlegen und auf unsere Herzen schreiben (Jer 31,33). Die Gebote Gottes sind also auch für die Heidenvölker gedacht. Zusammengefasst in dem Doppelgebot der Liebe sind sie Gottes universaler Wille für den Menschen schlechthin. Sie sind nicht nur offenbart, um Erkenntnis der Sünde zu bewirken (Röm 3,20), sondern auch um uns zu lehren, wie wir leben sollen (Titus 2,11-15). Der Psamist, erfüllt vom Heiligen Geist rühmt das Gesetz: “Das Gesetz, das aus deinem Mund kommt, ist besser für mich als Tausende von Gold- und Silberstücken.“ (Ps 119,72). Darum sollen wir uns oft mit Gottes unbezahlbaren Zehn Geboten beschäftigen, um „über seine Wege belehrt zu werden und in seinen Pfaden zu wandeln.“.