Und die Volksmenge, die vorausging, und die, welche nachfolgten, riefen und sprachen: Hosianna dem Sohn Davids! Gepriesen sei der, welcher kommt im Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! (Matth 21,9)

Es war schon fast soweit! Der Messias reitet auf einem Esel und zieht ein in die heilige Stadt. Die Volksmenge jubelt! Er kommt zu seinem heiligen Tempel! Die Schrift wird erfüllt, es läuft alles nach Plan. Doch in Jerusalem angekommen, geschieht etwas eigenartiges. Die Stimmung kippt allmählich. Schwarze Wolken tauchen am blauen Himmel auf. Und schon bald darauf hängt der vermeintliche Messias am Kreuz und stirbt. Seine Anhänger sind vollkommen perplex, verwirrt, verängstigt. War alles ein schlechter Scherz? Sind wir einem Betrüger auf den Leim gekrochen? Das Kartenhaus der herrlichen Zukunft stürzt in sich zusammen. 

Doch mit den Augen Gottes betrachtet, lief noch immer alles nach Plan. Der Herr musste verraten werden, er musste verurteilt und getötet werden. Dieser krasse dunkle Einbruch im Leben der Jünger war kein Unfall. Er war Ursache ihres Heils. 

Das dürfen wir uns merken, wenn auch unser Leben auf einmal oder allmählich dunkel, undurchsichtig und verwirrend wird. Wenn die Verheissungen verschwunden, der einst so klare Ausblick in eine hoffnungsvolle Zukunft getrübt sind; wenn das Vertrauen in Jesus und seine schönen Versprechen erschüttert wird. Diese schwierigen Erfahrungen sind kein Unfall und kein Missgeschick in Gottes Plan für unser Leben. Sie sind der Weg zum Ziel, einem grossartigen, herrlichen Ziel! Dieses Ziel ist uns sicher, der Siegespokal wartet auf uns, weil Christus ihn für uns gewonnen hat. Jesus hatte seine Jünger ja mehr als einmal vorgewarnt, für sie gebetet, doch sie hatten dafür keine Ohren. Uns geht es diesbezüglich besser. Wir können lernen von den Missgeschicken der ersten Jünger und uns die Ermahnungen des Apostels gefallen lassen, “denn er … stärkte die Seelen der Jünger und ermahnte sie, unbeirrt im Glauben zu bleiben, und sagte ihnen, daß wir durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes eingehen müssen. (Apg 14,22)