Der junge Mann spricht zu ihm: Das habe ich alles gehalten von meiner Jugend an; was fehlt mir noch? (Matth 19;209

Ein Mann kommt zu Jesus und fragt ihn, was er tun muss, um ewiges Leben zu empfangen. Jesus hätte sofort sagen können: “Du musst nichts tun, du musst nur glauben, denn es ist alles Gnade … . Doch Jesus gibt nicht die klassisch pietistische Antwort. Er sagt, was der junge Mann hören muss: Wenn ein Mensch durch das Gesetz gerettet werden will, muss er das ganze Gesetz halten. War es doch die aufrichtige Meinung des Mannes, er wäre ein anständiger Mensch. Doch Jesus zeigte ihm, dass das eine ganz gewaltige Selbsttäuschung war. Er entlarvte ihn als einen Götzendiener. Das war sehr schmerzhaft. Der Herr drang direkt zum Wurzelproblem des Mannes vor. Getroffen und traurig ging dieser davon. Und Jesus rannte ihm nicht nach: „Moment, komm zurück, du hast mich vielleicht falsch verstanden …“ 

Viele Menschen nähmen das ewige Leben gerne und ohne Umschweife an, wenn es zu ihren Konditionen zu haben wäre. Doch das ist unmöglich. Darum kann niemand gerettet werden. Die Jünger haben recht. Doch Jesus hat rechter: Was bei den Menschen unmöglich ist, ist möglich bei Gott. Jede Rettung ist ein Werk der Allmacht Gottes. Wir bringen den Menschen nicht das Evangelium, weil wir glauben, sie fänden es sinnvoll, attraktiv oder einleuchtend. Sondern weil wir wissen: Gott tut das Unmögliche und rettet unwillige, widerspenstige, gleichgültige, geistlich tote Sünder. Keiner ist zu verloren, um gerettet zu werden. Das macht uns zuversichtlich.