Gott ist unsere Zuflucht und Stärke, ein Helfer, bewährt in Nöten. Darum fürchten wir uns nicht, wenn auch die Erde umgekehrt wird und die Berge mitten ins Meer sinken, wenn auch seine Wasser wüten und schäumen und die Berge zittern vor seinem Ungestüm. (Psalm 46,1-4)
Wohin können wir flüchten? Zu Gott. Wer kann uns helfen? Gott. Denn er ist, erstens, ein Helfer und, zweitens, unsere Stärke. Er hat die Kraft zu helfen und er will es auch. Wir haben also keinen Grund, uns zu fürchten in allerlei Nöten. Selbst wenn das Chaos ausbricht. Aber Moment, da steht etwas sonderbares: “Wenn seine Wasser wüten und schäumen und die Berge zittern vor seinem Ungestüm!“. Das tönt fast so, also ob Gott die Ursache des Chaos ist. Und wenn wir den ganzen Psalm lesen, ist das tatsächlich der Fall. Der Psalm malt ein beeindruckendes Bild. Während der Herr mit den Völkern Krieg führt (- Chaos), ist er inmitten der Stadt Jerusalem und beschützt sie, bis der Frieden auf der ganzen Erde ausgebreitet ist.
Da wir das Alte Testament mit der Brille des Neuen Bundes auslegen, wissen wir, dass der Krieg mit geistlichen Waffen gekämpft wird (Eph 4,12; 2.Kor 10,4) und dass mit Jerusalem das obere, das himmlische Jerusalem, gemeint ist (Gal 4,25; Hebr 12,22). Wir leben auch heute in einer verwirrenden Zeit. Das moralische Chaos könnte uns einschüchtern. Doch wir dürfen wissen: Der Herr ist gegenwärtig in seiner „Stadt aus dem Himmel“ – und das Chaos ist unter Gottes Kontrolle und führt zum Ziel: Gottes ewiges Königreich auf Erden, letztlich der erneuerten Erde (Psalm 46,9-11). Doch die Feinde des Evangeliums werden noch unterworfen, während der erhöhte Herr zur Rechten Gottes sitzt (Psalm 110,1). So lasst uns voller Zuversicht und Glauben auch im tosenden Ungestüm weiter beten: “Dein Name werde geheiligt, dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden!“ Der HERR ist mit uns, unsere in Nöten bewährte Zuflucht, Stärke und Hilfe !
