So kennen wir denn von nun an niemand mehr nach dem Fleisch; wenn wir aber auch Christus nach dem Fleisch gekannt haben, so kennen wir ihn doch nicht mehr so. Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen; siehe, es ist alles neu geworden! (2. Kor 7,16-17)
Wenn wir Christen werden, dann ist das nicht einfach ein „Glaubenswechsel“. Wir glauben nicht einfach, dass etwas wahr ist, was wir vorher für unwahr hielten. Viele von uns sind geneigt, die neue Schöpfung in die Zukunft zu verlegen. Doch Paulus sagt hier etwas ganz erstaunliches. Wenn wir in Christus sind, dann ist unser altes Leben vergangen. Alles, was uns ausgemacht hat als Menschen, hat jetzt keine Bedeutung mehr. Denn jetzt – in Christus – sind wir eine neue Schöpfung! Unser Leib ist noch der gleiche, vergängliche Leib. Aber in unserer Seele ist etwas radikal neu geworden, das sich nach der Auferstehung nicht mehr ändern wird, weil dies jetzt schon passiert ist. Wir haben eine neue Identität empfangen. So sagt Paulus an anderer Stelle die ebenfalls radikalen Worte: “Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nun lebe ich, aber nicht mehr ich [selbst], sondern Christus lebt in mir. Was ich aber jetzt im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.“ (Gal 2,20).
Aus dieser neuen Identität heraus können wir die Jesusnachfolge antreten und in ihr leben. Uns definiert nun nicht mehr, was wir einst waren: Sünder, Dieb, Rassist, Lästerer, Narzisst, usw. Jetzt sind wir Heilige, Gerechtfertigte, Reine, (1.Kor 6,11). Das macht einen riesigen Unterschied. Wenn wir uns das immer wieder vor Augen führen, lässt uns die Neuheit in der wir leben, alles in einem neuen Licht erscheinen. Nichts altes kann uns zurückhalten, oder an sich binden. Was ich auch war, wie ich oder andere meine Identität auch beschrieben oder erlebt haben, in Christus bin ich neu geschaffen. Das Ebenbild Gottes in mir ist prinzipiell wieder hergestellt. Jetzt geht es darum, in dieser neuen Identität zu wachsen. Dabei ist es der Herr, der das Wollen und Vollbringen in uns bewirkt (Phil 2,12-13).
