Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen; (Römer 1,16)

Eine der vier grundlegenden geistlichen Disziplinen der Jüngerschaft ist der Zeugendienst (neben Gemeinschaft, Gebet und Bibellesen). Etwas, vor dem manche von uns Angst haben. Wir schämen uns. Vielleicht weil wir wissen, dass die einen sich ärgern werden, die anderen uns deswegen als naiv oder dumm betrachten und belächeln. Und als Christen wollen wir doch weder Anstoss erregen, noch als dumm angesehen werden. Ein wahres Dilemma. Und während man noch immer auf die perfekte Methode wartet, oder auf die Eingebung des Heiligen Geistes, sterben Menschen ohne Christus, denen man hätte von ihm erzählen können.
Paulus kann mitfühlen. Er kennt die Ängste und Reaktionen. Er beschreibt sie in 1. Korinther 1,23. Das heisst, er erlebte das auch. Gut zu wissen. Wir sind in bester Gesellschaft. Doch warum schämte er sich nicht? Er wusste, trotz aller gemischter Reaktionen, das Evangelium ist kraftvoll! Es erregt nicht nur Ärger oder Gelächter. Nein, es rettet! Als ich noch kein Christ war, habe ich mich über das Evangelium geärgert und ich habe über das Evangelium gelacht. Jetzt aber bin ich gerettet.
Und darum geht es. Nicht jeder ist ein Evangelist. Aber es ist unser aller Aufgabe, Zeugen Jesu zu sein (1 Petr 2,9). Das Evangelium ist letztlich eine Geschichte, die sich schnell erzählen lässt. Und das beste, jeder von uns ist Teil dieser Geschichte geworden. Wir müssen nichts erzählen, was wir nicht selber erlebt haben. Das Wissen, dass das Evangelium Gottes Kraft (gr. Dynamis) ist, gibt uns Mut und eine Erwartungshaltung.