Darauf hin wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, damit er vom Teufel versucht würde. (Matthäus 4,1)
Der Heilige Geist führt Jesus nach seiner Taufe in die Wüste. Und zwar mit einer ganz bestimmten Absicht. Jesus soll vom Teufel versucht zu werden. Nicht Gott versucht Jesus, sondern der Teufel. Doch Jesus wird vom Geist Gottes an den Ort der Versuchung geführt. Denn Gott will seinen Sohn prüfen. Die Wüste ist der Ort der Prüfung (siehe auch 5.Mose 8,2ff). Dort wird die Herzenshaltung des Prüflings getestet. Israel hatte mehrfach versagt in der Wüste. Jesus aber blieb treu. Unter schwersten Bedingungen – 40 Tage ohne feste Nahrung – blieb er standhaft und widerstand dem Teufel allein mit Gottes Wort. Es kamen später weitere Versuchungen auf ihn zu. Doch alle bestand er. Wie es im Hebräerbrief heisst: Er wurde in allem versucht wie wir, doch ohne Sünde (Hebr 4,15). Jesus blieb vollständig gerecht und sündlos während seines ganzen Lebens.
Diese seine Sündlosigkeit ist uns angerechnet worden durch den Glauben. Nicht für sich selbst ging Jesus in die Wüste, sondern für uns. Nicht für sich selbst blieb er heilig, sondern für uns. Und weil er in der Wüste war, weiss er, wie sie sich anfühlt. Das heisst, er hat Mitleid mit uns (nochmals Hebr 4,15). Er hat Anfechtung bis auf’s äusserste ertragen. So kann er Mitleid mit uns haben, wenn wir zu ihm kommen. Darum lasst uns freimütig hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe? (Hebr 4,16).
