Selten wird in der Kirche Jesu über Faulheit gesprochen. Das Buch der Sprüche tut es an einigen Stellen, nicht ohne Humor. Siehe auch Sprüche 6,6-11; Sprüche 26,14-15. 

Der Faule in unserem Vers hat gute Gründe, sich nicht zu bewegen. Es könnte gefährlich sein. So versteckt sich Faulheit oft hinter guten Gründen. Auch der Knecht im Gleichnis Jesu, der sein Talent vergrub (Matth 25,25ff), hatte dazu gute Gründe. Was sagte er, als er zur Rechenschaft gezogen wurde von seinem Herrn? “Ich hatte Angst, dass du forderst … hier ist es zurück!“ Was antwortete aber sein Herr? “Du böser und fauler Knecht!” Er hatte seine Ausrede nicht geschluckt sondern sah das wahre Motiv dahinter. 

Jesus verlangt nicht von uns, dass wir uns zu Tode rackern. Er sorgt für Ruhezeiten (Markus 6,31). Er treibt uns nicht in die Überforderung, ins Burn out. Das tun wir selber, wenn wir getrieben von sündhaften Motiven, unsere eigene Ehre und unser eigenes Reich aufbauen wollen. 

Er möchte nur, dass wir treu im kleinen sind und das, was er uns gegeben hat, zu seiner Ehre einsetzen. Frage dich darum das Nächste mal, wenn du versucht bist, aus „gutem Grund“ etwas nicht zu tun, ob dahinter vielleicht einfach Faulheit oder Bequemlichkeit steckt. Und dann nimm dein Talent und  „wirtschafte“ damit. Die Frucht wird nicht ausbleiben! Die entsprechende Verheissung aus dem Evangelium lesen wir in 1. Korinther 15,58.