von Andy Vetterli | Okt. 14, 2025 | Gruss vom Pastor
Und etliche kamen zu ihm und brachten einen Gelähmten, der von vier Leuten getragen wurde. (Mk 2,3)
Doch um das Haus herum standen so viele Leute und das Haus war ebenfalls zum bersten voll. Was sollten sie tun? Warten und hoffen? Unanständig vordrängeln und die Leute verärgert? Oder es morgen noch einmal versuchen? Die vier Männer hatten eine andere Idee. Sie stiegen auf das Dach des Hauses, indem Jesus sich befand. Die meisten Häuser damals hatten Flachdächer, auf denen man sich aufhalten konnte. Dann fingen sie an, das Dach aufzubrechen bzw. abzudecken. ihren Freund mit seiner Liegematte seilten sie danach einfach ab, direkt vor Jesu Füsse.
Ich finde es erstaunlich, mit welcher Entschlossenheit die vier Männer vorgingen. Ihr gelähmter Freund war nicht fähig, selber zu Jesus zu gehen. Er war völlig kraftlos. So wurde er einfach getragen. Aber sie gingen noch weiter. Als ein unüberwindbares Hindernis auftauchte, liessen sie sich nicht entmutigen, sondern suchten einen anderen Weg. Und fanden ihn. Was motivierte sie? Der Glaube, dass Jesus ihrem Freund helfen konnte und wollte. Und dieser Glaube (Jesus sah ihren Glauben, nicht seinen Glauben) wurde von Jesus belohnt.
Fühlst du dich kraftlos? Wie ein Gelähmter, unfähig zu Jesus zu kommen? Sei versichert, du hast Freunde, die dich vor Jesus schleppen mit ihren Gebeten. Kennst du jemanden, der zu kraftlos ist, um selbst zu Jesus zu gehen? Lasst auch uns unsere „gelähmten“ Freunde, diejenigen, die kraftlos sind und nicht zu Jesus kommen können, mit ganzer Entschlossenheit zu Jesus tragen, mit Gebet und anderen kreativen Liebestaten, und beten und erwarten, dass Jesus unseren Glauben früher oder später belohnen wird.
von Andy Vetterli | Okt. 7, 2025 | Gruss vom Pastor
Seid gegeneinander gastfreundlich ohne Murren (1.Petr 4,9)
Vor etwa einem Jahr fragte mich ein Bekannter, ob ich vielleicht ein Zimmer für ihn hätte, da er ein paar Tage Ruhe brauchte, um ein Kapitel für ein Buch zu schreiben. So verbrachte er einige Tage bei uns und nahm nebenbei ein wenig an unserem Leben teil. Einige Monate später war ich dann eingeladen, eine Woche bei einem wildfremden Ehepaar in Terre Hill, Pennsylvania, zu verbringen. Auch ich nahm an ihrem Leben teil. Beides waren erbauende Erfahrungen: Gastfreundschaft gewähren und empfangen. Im vergangenen Sommer meldete sich ein alter Freund aus den USA. Er wollte spontan ein paar Tage vorbei kommen. Kurz bevor wir in den Urlaub fuhren. Eigentlich sehr ungelegen. Innerlich fast ein wenig murrend sagten wir zu: Let’s do this! Es waren gesegnete Tage und der Herr sorgte dafür, dass wir noch genug Zeit zum Packen hatten.
Natürlich gilt es die „Kosten zu überschlagen“. Habe ich/ haben wir Raum, Zeit, Geld und Kraft, die Art Gastfreundschaft zu gewähren, die im Moment gefragt ist? Und vielleicht muss man auch einmal absagen. Und schliesslich geht es nicht darum, dem Gast Rund-um-die-Uhr-Unterhaltung zu bieten, sondern ihn teil haben lassen am täglichen Leben. Das aber kann uns und unseren Gästen zum Segen werden. Und das Beste dabei ist, die Liebe Jesu und die christliche Bruderschaft wird dadurch gefördert. Und vielleicht taucht auch mal ein Engel auf (Hebr 13,2).
von Andy Vetterli | Sep. 17, 2025 | Gruss vom Pastor
So kennen wir denn von nun an niemand mehr nach dem Fleisch; wenn wir aber auch Christus nach dem Fleisch gekannt haben, so kennen wir ihn doch nicht mehr so. Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen; siehe, es ist alles neu geworden! (2. Kor 7,16-17)
Wenn wir Christen werden, dann ist das nicht einfach ein „Glaubenswechsel“. Wir glauben nicht einfach, dass etwas wahr ist, was wir vorher für unwahr hielten. Viele von uns sind geneigt, die neue Schöpfung in die Zukunft zu verlegen. Doch Paulus sagt hier etwas ganz erstaunliches. Wenn wir in Christus sind, dann ist unser altes Leben vergangen. Alles, was uns ausgemacht hat als Menschen, hat jetzt keine Bedeutung mehr. Denn jetzt – in Christus – sind wir eine neue Schöpfung! Unser Leib ist noch der gleiche, vergängliche Leib. Aber in unserer Seele ist etwas radikal neu geworden, das sich nach der Auferstehung nicht mehr ändern wird, weil dies jetzt schon passiert ist. Wir haben eine neue Identität empfangen. So sagt Paulus an anderer Stelle die ebenfalls radikalen Worte: “Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nun lebe ich, aber nicht mehr ich [selbst], sondern Christus lebt in mir. Was ich aber jetzt im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.“ (Gal 2,20).
Aus dieser neuen Identität heraus können wir die Jesusnachfolge antreten und in ihr leben. Uns definiert nun nicht mehr, was wir einst waren: Sünder, Dieb, Rassist, Lästerer, Narzisst, usw. Jetzt sind wir Heilige, Gerechtfertigte, Reine, (1.Kor 6,11). Das macht einen riesigen Unterschied. Wenn wir uns das immer wieder vor Augen führen, lässt uns die Neuheit in der wir leben, alles in einem neuen Licht erscheinen. Nichts altes kann uns zurückhalten, oder an sich binden. Was ich auch war, wie ich oder andere meine Identität auch beschrieben oder erlebt haben, in Christus bin ich neu geschaffen. Das Ebenbild Gottes in mir ist prinzipiell wieder hergestellt. Jetzt geht es darum, in dieser neuen Identität zu wachsen. Dabei ist es der Herr, der das Wollen und Vollbringen in uns bewirkt (Phil 2,12-13).
von Andy Vetterli | Sep. 9, 2025 | Gruss vom Pastor
Jesus hat um der vor ihm liegenden Freude willen das Kreuz erduldet und dabei die Schande für nichts geachtet, und sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt. (Hebr 12,2)
Jesu Blick war vor und während seines Leidens ganz auf die vor ihm liegende Freude gerichtet. Vor der Freude lag die Folter, die Kreuzigung, die Zornschale Gottes, ausgegossen über ihn. Aber Jesus sah mit den Augen des Glaubens durch diese Finsternis hindurch. Er sah die Freude der Auferstehung, die Freude, sein Volk zu erlösen, die Freude dem Vater zu gefallen, die Freude, die Herrschaft der Welt zu übernehmen. Er sah die Freude, seine Brüder und Schwestern einst im Himmel, in seiner Heimat, begrüssen zu dürfen, ihnen seine Herrlichkeit zu zeigen, die er beim Vater hat! Diese Gesinnung half ihm, seine schrecklichen Leiden in die richtige Perspektive zu rücken, sie zu ertragen.
Wir, seine Nachfolger, sollen uns mit dieser gleichen Gesinnung ausrüsten (1.Petr 4,1). D.h. wir sollen bereit sein für Jesus zu leiden, selbst wenn es uns, wie ihn, das Leben kosten sollte. Dabei hilft auch uns die vor uns liegende Freude. Was geschieht, wenn Christen getötet werden, weil sie Jesus treu geblieben sind? Sie kommen sofort zu Jesus! Sie sind sofort in der herrlichen Gegenwart bei Jesus und Gott, dem Vater! Sie sehen all die Geschwister, all die Gläubigen, die sie kannten und vor ihnen zu Jesus gegangen sind. Sie schliessen sich in die Arme, begrüssen sich, jubeln! Aller Schmerz, alle Trauer, alle Last, alles Schwere ist augenblicklich abgefallen und spielt gar keine Rolle mehr! Wir machen uns keine Sorgen mehr. Wir haben keine Ängste und Befürchtungen mehr. Diese Welt hier unten geht uns nichts mehr an. Man mag uns hier sogar mit dem Tod drohen. Aber dieser ist ja für uns nur ein Seitenwechsel. Er ist das Mittel zum Besten, was uns passiert kann: Bei Jesus zu sein! (Phil 1,22-23). Halten wir uns diese vor uns liegende Freude stets vor Augen.
von Andy Vetterli | Sep. 2, 2025 | Gruss vom Pastor
Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen, wahrheitsgetreu wird er das Recht hervorbringen. (Jesaja 42,3)
Dieser Vers stammt aus dem ersten von vier sogenannten “Knecht Gottes Liedern” im Buch Jesaja. Das bekannteste von ihnen finden wir in Jesaja 53. Die Rede ist in diesen Liedern von Jesus. Im ersten Lied (Jes 42,1-9) spricht Gott davon, dass er seinen Knecht mit seinem Geist gesalbt hat, dass dieser Knecht das Recht zu den Heiden bringen wird, dass die Ausbreitung seines Rechts bis zu den fernen Inseln nicht verhindert werden wird und dass diese Ausbreitung nicht mit Gewalt geschehen wird, sondern in Sanftmut. Er würde die Augen der Blinden öffnen und diejenigen, die im Kerker sitzen, befreien und hinausführen. Der Siegeszug des Evangeliums auf der ganzen Welt ist hier vorausgesagt. Aber nicht nur das; auch von der Barmherzigkeit des Knechtes Gottes ist die Rede. Fühlst du dich manchmal geknickt, wie ein Schilfhalm, oder nur noch knapp glimmend, mehr beissenden Rauch als helles Licht von dir gebend? Fasse Mut! Dein Herr ist da und wird dich stützen, statt zerbrechen, wird dich neu zum aufflammen bringen, statt dich mit feuchten Fingern zu zerdrücken! So ist unser Herr Jesus! Und auf diese sanfte Art weiss er, den Sieg des Evangeliums in unserem Leben und auf der ganzen Welt voranzutreiben. Lasst uns ihm vertrauen!
von Andy Vetterli | Aug. 27, 2025 | Gruss vom Pastor
Denn alles, was geschrieben worden ist, wurde zu unserer Belehrung zuvor geschrieben, damit wir durch das Ausharren und den Trost der Schriften Hoffnung fassen. … Ich selbst habe aber, meine Brüder, die feste Überzeugung von euch, dass auch ihr selbst voll Gütigkeit seid, erfüllt mit aller Erkenntnis und fähig, einander zu ermahnen. (Römer 15,4.14.)
Zwei Dinge finden wir in den Worten des Apostels: Erstens, die Schrift dient unserer Belehrung und das Ziel dieser Belehrung ist es, dass wir geduldig werden und Hoffnung fassen. Das ist tatsächlich ein lohnenswertes Ziel. Zweitens, der Apostel hat die feste Überzeugung, dass die Gläubigen genug Erkenntnis besitzen, einander darin zu helfen. Wer durch den Trost der Schrift selber schon einmal Hoffnung gefasst hat, der wird auch fähig, diesen Trost der Schrift anderen weiter zu geben. Lasst uns das tun!