[Der Sohn seiner Liebe] ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene, der über aller Schöpfung ist. (Kol 1,15)  

Das zweite Gebot, über das wir am kommenden Sonntag nachdenken werden, verbietet uns, ein Bild von Gott zu machen. Warum? Weil Gott uns ein vollkommenes Bild seiner Selbst gegeben hat: seinen Sohn Jesus Christus. In ihm wohnt die ganze Fülle Gottes leibhaftig (Kol. 2,9). Nun mögen wir vielleicht denken, dass das ein Nachteil ist für alle, die Jesus nie persönlich gekannt haben. 

Möchten wir nicht alle wissen, wie Jesus ausgesehen hat, was für eine Stimme, Gestik und Mimik er hatte? Ach, könnten wir ihn doch anfassen, von ihm umarmt werden, ihn in unserer Mitte begrüssen, von ihm persönlich angesprochen zu werden. Hören, wie er uns mit Namen anspricht: “Andy, Andy …” (oder vielleicht besser doch nicht?), eine seiner Predigten hören, wenn nicht live, so doch mindestens als MP3 Datei oder als YouTube Video. 

Doch Jesus kam, als es noch keine Fotos, Film oder Tonbänder gab. Nur Schreibgriffel. Absicht? Vermutlich. Der Apostel sagt den Christen in Korinth, wenn auch einige Jesus noch als Mensch gekannt haben, kennen wir ihn jetzt nicht mehr so (2. Kor 5,16). Wir kennen Jesus, wie er sich im Alten und Neuen Testament offenbart. Und der Geist Jesu macht diese Erkenntnis zu einer wirklichen, inneren Erfahrung. Die Frisur, Augenfarbe, Grösse und Kleidung von Jesus spielen keine Rolle mehr. Ausser, dass er das alles gehabt hatte, weil er Mensch war. Darum steht auch rein gar nichts darüber in den Evangelien. Nein, wir haben keinen Nachteil. Jesus selbst sagte seinen Aposteln sogar: “es ist besser, dass ich gehe.“  Weshalb? Weil dann der Heilige Geist kommen würde, dessen Reichweite um ein vielfaches grösser ist und der das Bild Gottes in Jesus in die ganze Welt hinaustragen würde durch sein Wort und seine Erleuchtung! 

Nein, wir brauchen keine Bilder mehr. Wir haben das perfekte Bild allzeit vor Augen! Lasst uns nicht aufhören, ihn anzusehen und dieses von Gott gegebene „Bild“ anzubeten!