Werdet erneuert im Geist eurer Gesinnung und habt den neuen Menschen angezogen, der Gott entsprechend geschaffen ist in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit. (Eph 4,23-24)
Der Apostel Paulus erklärt den Christen in Ephesus, dass sie den „neuen Menschen angezogen” haben (Eph 4,24). Und zwar, als sie durch den Geist Gottes erneuert wurden. Doch damit ist die Erneuerung nicht abgeschlossen. Christen werden weiterhin durch einen Prozess erneuert, an dem sie aktiv beteiligt sind (V.23). Aber wie? Das ist gar nicht kompliziert. Paulus erklärt es ausführlich (V.25ff): Lügt nicht und redet die Wahrheit. Wenn ihr zornig werdet. sündigt dabei nicht. Statt zu stehlen, arbeitet und gebt von eurem Verdienst den Armen. Redet Gutes und Wohltuendes statt schlechtes. Verdrängt eure Wut durch Freundlichkeit, usw.
Alle diese Anweisungen des Apostels sind praktische Anwendungen der Zehn Gebote. Wie also kann ein erlöster Mensch an seiner Erneuerung mitwirken? Dazu sind keine mystischen Erfahrungen, asketischen Übungen, meditative Entleerungen oder ekstatischen Erlebnisse notwendig. Die Erneuerung geschieht dadurch, dass der Gläubige die Zehn Gebote auf sein alltägliches Leben anwendet und sie auslebt. Sie sind die Fussstapfen Jesu, in denen der Jünger seinem Meister nachfolgt. Die Erlösung ist dabei nicht das Ziel, sondern die Ausgangslage. Darum können die Gebote eine Lust sein, süsser als Honig (Psalm 119,35.103).
