Ich vermag alles durch den, der mich stark macht, Christus. (Phil 4,13) 

Dieser Vers, aus dem Zusammenhang heraus gerissen, könnte so verstehen werden, dass wir durch den Glauben an Christus zu Supermenschen werden, die alles können. Kein Schuh ist zu gross, keine Schulter zu schmal. Was der Spinat für Popeye, der Zaubertrank für Asterix und das Kokain für Sherlock Holmes ist, das ist Christus für den Christen. Mit Christus ist dem Christen nichts unmöglich! Da fragt man sich: kannte der Apostel ein Geheimnis, das uns unbekannt bleibt? Ich denke nicht. 

Der Apostel Paulus will uns hier eine etwas andere Erfahrung mitteilen. Er bedankt sich bei den Philippern für ihre Spenden. Gleichzeitig möchte er nicht als Bettler dastehen, nicht, dass sie sich gezwungen fühlen, ihm helfen zu müssen. Er kann auch mit weniger leben. Er hat gelernt, dankbar zu sein in allen Umständen, selbst wenn er eine Zeit lang hungern musste. Reich sein, arm sein, satt sein, hungrig sein, in Christus konnte er dies alles annehmen. Jesus befähigte (stärkte) ihn, in allen möglichen Umständen zufrieden zu sein.

Und das führt uns zum wesentlichen Punkt dieser Aussage. Die Gemeinschaft mit Jesus macht mich genügsam. Ich weiss, dass wenn ich ihn habe, ich alles habe. Denn er wird mir geben, was ich in diesem Moment nötig habe. Und oft viel mehr. Jesus vergisst mich nicht. Er kennt mich, ernährt mich, schützt mich, leitetet mich. Er ist mein Hirte, mein guter Hirte. Die fordernde Haltung führt zu Habsucht. Habsucht ist Götzendienst. Genügsamkeit ist das Gegenmittel. Dies gibt es in der Gegenwart Jesu.