Er ließ auch seine Söhne [als Opfer verbrennen] im Tal des Sohnes Hinnoms und trieb Zeichendeuterei, Zauberei und Beschwörung und hielt Geisterbefrager und Wahrsager, und er tat vieles, was böse ist in den Augen des HERRN, um ihn herauszufordern. (2. Chronik 33,6) 

Wer war einer der schlimmsten Menschen im Alten Testament? Es war ohne Zweifel der König Manasse. Und zwar nicht allein aufgrund dessen, was er tat, sondern vor allem aufgrund dessen, was er wider besseres Wissen tat. Mit zwölf Jahren wurde er Thronfolger seines gottesfürchtigen Vaters Hiskia. Manasse war als Stellvertreter Gottes über sein Volk gesetzt. Doch er trieb nicht nur abscheulichen Götzendienst, wie man in Chronik 33 ausführlich lesen kann. Er verführte auch das Volk dazu, es ihm gleich zu tun. Als Strafe dafür wurde Jerusalem von den Assyrern angegriffen. Den König nahm man gefangen und schleppte ihn nach Babel. Doch was dann geschah, war unerwartet. Manasse flehte zu Gott und demütigte sich. Er tat Busse. Wie das in etwa geklungen haben könnte, kann man in der apokryphen Schrift „das Gebet des Manasse“ nachlesen. Gott erhörte sein Flehen und setzte ihn wieder als König über Juda ein! Und nun ergreift Manasse die zweite Chance. Er geht zurück nach Jerusalem und räumt auf mit dem Götzendienst. 

Der HERR ist ein Gott der zweiten Chancen. Und die gibt es immer wieder. Denn „seine Barmherzigkeit ist nicht zu Ende, sie ist neu jeden Morgen“ (Klagelieder 3,23) Da Jesus für alle unsere Übertretungen bereits bezahlt hat, als sie alle noch in der Zukunft lagen, wird er sich auch über uns erbarmen, obwohl weitere Übertretungen folgen werden. Denn sie sind bereits bezahlt. Möge diese Gnade uns immer wieder neu zur Busse und zu neuer Hingabe leiten.