»Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären; und man wird ihm den Namen Immanuel geben«, das heißt übersetzt: »Gott mit uns«. (Matth 1,23)

Gott mit uns. Das kann eine gefährliche Parole sein. Vor allem dann, wenn sie dazu benutzt wird, die eigene Macht zu zementieren. Da waren Johannes und Jakobus, die beiden Brüder. Sie gehörten zum engsten Kreis der Apostel. Selbst sie hatten Jesus missverstanden. Ihr Vorschlag, als man sie in einem Dorf Samariens abwies: „Herr, sollen wir Feuer vom Himmel fallen lassen und das Dorf zerstören?“  Schliesslich war ja Gott mit ihnen. “Power-Religion” nennt man das. Mit Gott an der Seite wird aufgeräumt, der Gegner mit dem “Maschinengewehr des Heiligen Geistes“ (Benny Hinn), oder schlimmerem niedergemäht. 

Doch nicht so unser Herr. Was ihn seit seiner Geburt bis zu seinem Tod am Kreuz und darüber hinaus charakterisiert, sind Demut, Liebe, Barmherzigkeit, Freundlichkeit und Sanftmut. So besiegte er auch den Teufel. Und so breitet er sein Königreich aus. Dieses breitet er aus durch die Kraft seines Heiligen Geistes. Nicht zufällig kommt der Heilige Geist in der Form einer Taube auf Jesus herab und nicht in der Form eines Adlers und ist „Gott mit und in uns”. Gott ist Liebe. Liebe dient. Auf diese Weise ist Gott mit uns: als der Liebende und Dienende, damit wir – angetrieben von seinem Geist – wiederum unserer verlorenen Welt und dem bedürftigen Leib Christi dienen können.