Und wenn ich alle meine Habe austeilte und meinen Leib hingäbe, damit ich verbrannt würde, aber keine Liebe hätte, so nützte es mir nichts! (1. Kor 13,3)
Da verteilt jemand seinen ganzen Besitz als Zeichen seines Glaubens. Aber noch nicht genug damit, lässt er sich sogar festnehmen, bleibt unerschütterlich fest in seinem Bekenntnis, so dass er zuletzt zum Tod verurteilt wird. Gibt es ein grösseres Zeichen wahren Glaubens? Und doch scheint hier etwas nicht zu stimmen. Es fehlt das Wesentliche: die Liebe. Aber kann man denn Hab, Gut und Leben hingeben, ohne dabei zu lieben? Tatsache ist: man liebt immer etwas. Man kann Hab, Gut und Leben hingeben, und dabei vor allem sich selber lieben. Man tut es für sich selbst, um gelobt, akzeptiert, bewundert, zu werden. (Okay, wenn der andere etwas davon hat, ist das ja nicht so schlimm, oder?) Ist Selbstliebe das Motiv unserer Hingabe, werden wir spätestens dann enttäuscht werden, wenn wir nicht bekommen, wonach wir uns so sehnen.
Wie merke ich, ob mein Motiv wirklich Liebe ist? Paulus erklärt das in den folgenden Versen. Man könnte es so zusammenfassen: Wenn meine Liebe nicht erwidert wird und ich darum ungeduldig, bitter, zornig, eingeschnappt, aufgebläht, unanständig oder schadenfroh reagiere, war ich höchstwahrscheinlich nicht von echter Liebe bewegt. Dann soll ich den Herrn um Vergebung bitten und darum, mich neu mit seiner Liebe zu füllen. Die Liebe hat EIN zentrales Merkmal: Sie sucht nicht das IHRE (V.5).
