Freue dich nicht über den Fall deines Feindes, und wenn er strauchelt, so frohlocke dein Herz nicht, (Sprüche 24,17)

Etz hät er de Dräck! Gscheht ihm ganz recht!“ Wer kennt solche Gedanken nicht? Wenn auch nur, als du noch ein Kind warst 🙂 Es geht hier nicht in erster Linie um den Wunsch, dass Gerechtigkeit geschieht. Es geht um die Schadenfreude: Ich freue mich herzlich über das Leid, das meinen Feind befallen hat. Ein Kind Gottes soll nicht schadenfroh sein. Denn Gott selber ist es auch nicht. Obwohl er die Gerechtigkeit einst wieder herstellen und alle Gottlosigkeit bestrafen wird, ist auch Gott nicht schadenfroh. Er hat keine Freude am Tod des Gottlosen (Hes 33,11). Gerechtigkeit ist gut, Gnade ist besser. So sagt Jakobus: die Barmherzigkeit aber triumphiert über das Gericht (Jak 2,13). In Jesus Christus hat Gott uns diese Wahrheit demonstriert.
Gott sieht unser Herz und unsere Schadenfreude. Und sie kann sogar dazu führen, dass er sich dem in Gnade zuwendet, den wir haben leiden sehen wollen (siehe Vers 18). Darum sollen wir beten für unsere Feinde und sie segnen, damit sie umkehren und gerettet werden. Denn auch wir waren einst Feinde, Feinde Gottes, die Gericht verdient hatten, uns jetzt aber durch den Glauben an seinen Sohn Jesus Christus in seiner Gnade sonnen.