Und er kommt zu den Jüngern und findet sie schlafend und spricht zu Petrus: Könnt ihr also nicht eine Stunde mit mir wachen? (Matth 26,40)
Jesus bat Petrus, Jakobus und Johannes im Garten Gethsemane, mit ihm zu gehen, um mit ihm zu beten. Allerdings entfernte Jesus sich ein wenig von ihnen. Als er zwischendurch kurz zu ihnen kommt, findet er sie schlafend vor. Was auch immer der Grund ihrer Müdigkeit war (Trauer und Müdigkeit), Jesus dachte, es ist nicht zu schwer für seine Nachfolger, eine Stunde mit ihm zu wachen.
Gebetsstunden, wenn es sie denn noch gibt, werden oft nur von wenigen besucht. Auch das persönliche Gebet ist für viele eine Herausforderung und würde man sie danach fragen, wie lange sie täglich beten, wären die ehrlichen Antworten wohl recht peinlich. Auch bei uns Pastoren. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Gott braucht keine langen Gebetslisten, oder viele gesalbte Worte, im Gegenteil (Matth 6,6-7). Wir müssen Gott nicht durch die Anzahl der Beter oder die Anzahl der Gebete zu überzeugen versuchen. Er hat uns ja längstens versprochen, dass er uns erhören will.
Vielmehr wollen wir uns einreihen und gemeinsam als ganze Gemeinde während einer bestimmten Zeit für die Ausbreitung des Reiches Gottes um uns herum beten. Gemeinsam, damit wir einander gemeinsam ermutigen und stärken können. Gemeinsam, damit die Freude vervielfältigt wird, wenn Gott uns erhört und gemeinsam, damit Gott von vielen verherrlicht und gelobt wird, wenn er uns mit seinen Antworten segnet. Eine Stunde beten? Nicht nötig. Aber richtig.
