Einsicht macht einen Menschen langsam zum Zorn, und es ist ihm eine Ehre, Vergehungen zu übersehen. (Sprüche 19,11)
Der einsichtige Mensch weiss um seine eigenen Schwächen und Fehler. Darum wird er nicht schnell zornig, wenn ein anderer ihm Schaden zufügt. Vielmehr erinnert er sich daran, wie oft auch er selbst anderen durch Unachtsamkeit, Gedankenlosigkeit oder vielleicht sogar Bosheit geschadet hat. So wird er barmherzig sein und Mitleid haben. Der Einsichtige geht sogar noch einen Schritt weiter. Er übersieht, was der andere ihm getan hat. Das sieht er nicht als Schwäche an, sondern als eine Ehre.
Einen solchen Charakterzug finden wir bei unserem Herrn Jesus. Auch er hatte Mitleid mit den Schwächen seiner Mitmenschen. Obwohl er selber keine solchen Schwächen, Mängel oder Fehler hatte. Denn er hatte keine Sünde. Nur selten wird berichtet, dass er zornig wurde, ohne allerdings dabei zu sündigen. Einmal, als seine Jünger die Mütter mit ihren Kindern wegjagen wollten und das andere Mal, als er den Tempel vom Götzendienst reinigte. Ansonsten konnte ihn nicht viel aus der Ruhe bringen. Und er vergab den Menschen ihre Vergehungen gerne. Aber er ignorierte sie nicht einfach. Er bezahlte für sie am Kreuz. Darum ist es auch uns möglich, langsam zum Zorn zu sein und die Sünden derer zu vergeben, die an uns schuldig geworden sind. So ehren und wiederspiegeln wir unseren Herrn Jesus.
